patternDie Ziele der Peoples Alliance for Democracypattern



Wenn thailändische Parteien ihre Namen wählen, werden oft Euphemismen wie Liebe zum Volk, zum Land oder Demokratie bemüht. Mit alledem haben die meisten Parteien allerdings recht wenig gemein. Zumeist geht es um ganz handfeste Interessen von einigen wenigen Menschen die diese Gruppen zur Erreichung ihrer persönlichen Ziele geformt haben. Stimmenkauf wie er in einem Fall so offen geübt wurde, dass der Parteichef den Namen Khun ATM verliehen bekam, ist absolut üblich. Auch die Peoples Alliance for Democracy dürfte sich hier kaum von anderen politischen Gruppierungen unterscheiden. Getragen wird diese Partei vermutlich von den sogenannten alten Eliten des Landes. Gerüchte besagen, dass die Militärs nur darauf warten, dass die von der Peoples Power Party dominierte Regierung unter dem Premierminister Samak auf die Provokationen der Demonstrationen in einer Form reagiert, die einen erneuten Putsch rechtfertigen. Möglich wäre dies, ist doch Samak zum einen ein Freund des wegen Korruptionsvorwürfen ausser Landes geflohenen Expremiers Thaksin Shinawatra. Dessen Partei hieß übrigens Thai Rak Thai was soviel bedeutet wie „Thais lieben Thais“.  Gemeinsam sind all diesen Organisationen die starken Privatinteressen ihrer Gründer. So mag westlichen Beobachtern der Korruptionsvorwurf fast schon ironisch vorkommen, denn die meisten Politiker gleich welcher Gruppe und Herkunft versuchten seit Einführung der Demokratie ihren Einfluß zur Bereicherung ihrer Familien zu nutzen.

Was Gewalt angeht, so sind weder Premier Samak noch sein Vorgänger Thaksin unbeschriebene Blätter. Beide sind in diverse blutige Geschehnisse verstrickt, deren Schwere und Offensichtlichkeit durchaus zu Verurteilungen in Den Haag ausreichen könnte. Leider scheint es sich einmal mehr zu bewahrheiten, dass sowohl die neuen wie die alten Eliten das einfache Volk benutzen, um ihre Macht- und Finanzpolitischen Ziele zu erreichen. Sollte es hierbei dieses Mal erneut Tote geben (wie so oft schon in der Vergangenheit) so wäre das nur ein weiterer Schritt in einer politischen, menschlichen und wirtschaftlichen Tragödie.

So zweifelhaft die Ziele der derzeitigen Regierung sein mögen, kann sie es doch nicht zulassen, dass ihre Autorität permanent von Demonstranten untergraben wird, deren Organisatoren keinerlei politisches Konzept erkennen lassen, wenn man von der Destabilisierung des Landes einmal absieht.