patternAusnahmezustand in Thailandpattern



Der Deutsche Medienmarkt hat ein neues Thema. Thailand – das Paradies in Südostasien wird erschüttert von Unruhen, der Ausnahmezustand wurde verhängt, es gab die ersten Toten, in Bangkok tragen auch junge Touristen die Farben der Protestbewegung, alles ist / sei in Aufruhr. Es scheint, der Untergang des Königreichs ist nah.

Woher kommen diese Meldungen? Was sind Unruhen? Gehen in Bangkok jetzt Horden von Regierungsgegnern und Befürwortern mit, Feuerwaffen, Macheten und Knüppeln aufeinander los? Jenseits des Regierungsviertels ist von Unruhen nichts zu spüren. Die so genannte Protestfarbe Gelb ist seit jeher die Glück verheißende  Farbe der Freunde des Königshauses – der König besitzt einen gelben Rolls Royce – sicher nicht aus Protest gegen die Regierung Samak. Der Ausnahmezustand hat nicht dafür gesorgt, dass die Garküchen am Straßenrand oder die Nachtmärkte mit ihren Musikdarbietungen geschlossen worden wären. Allabendlich trifft man sich in Gruppen von oft mehr als hundert Leuten zum Sport – politische Demonstrationen werden auch vor dem Regierungssitz fortgesetzt. Und das alles trotz Versammlungsverbot? Unterdessen ist die Rede davon, das der Premierminister die Situation des Landes vor der UN in New York erläutern will. Viel Lärm um nichts (Besonderes)?

Vielmehr beeindruckend ist die Tatsache, dass es bislang nur einen Toten bei den Demonstrationen und Protesten gegeben hat. Mancher Fußballsonntag in Deutschland verdient sehr viel mehr unter den Titel Unruhen oder Ausnahmezustand gestellt zu werden als dies derzeit in Thailand der Fall wäre.

Wer Thailand ein wenig kennt, weiß dass es sich bei den derzeitigen Konflikten um den Machtkampf zweier politischer Gruppen handelt von denen eine das alte und die andere das neue Thailand verkörpert. Bedauerlich ist, dass sich beide Gruppen gegenseitig Korruption und Stimmenkauf vorwerfen. Noch bedauerlicher ist, dass beide Vorwürfe gegenüber beiden Seiten zu Recht bestehen.

Glücklicherweise verfügen beide Seiten aber auch über erhebliche wirtschaftliche Interessen innerhalb des thailändischen Politmonopoly. Es ist deshalb nicht zu erwarten, dass eine der beiden Seiten Touristen und Investoren langfristig vergraulen möchte: Die Gefahren für Ausländische Besucher sind demzufolge auch zur Zeit überaus gering.